Werbeverbot gebrochen – Jugendoffizierin an Realschule Bellheim

Von offizieller Seite heißt es ja regelmäßig, Jugendoffiziere seien an Schulen nicht dazu befugt, Werbung für die Laufbahn bei der Bundeswehr zu machen, sondern nur über Weltpolitik und Fragen der Sicherheit „aufzuklären“. Abgesehen davon, dass diese „Aufklärung“ ein militaristisches Weltbild transportiert und die Bundeswehr natürlich immer aus dem besten Licht zeigt, zeugt ein entlarvender Zeitungsbericht davon, wie sich Jugendoffiziere regelmäßig völlig unbekümmert über das Werbeverbot hinwegsetzen. So ging es bei dem Besuch einer Jugendoffizierin an der Realschule Bellheim quasi ausschließlich um Fragen rund um den Soldatenberuf.

Zum Vergleich: Der Evangelische Pressedienst schrieb noch am 3. Februar 2011:

Das Mainzer Bildungsministerium wies Vorwürfe zurück, bei den Besuchen der Jugendoffiziere werde für militärischen Nachwuchs geworben. Aufgabe der Offiziere sei es, „sicherheitspolitische Aufklärung zu leisten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Einsatz von Wehrdienstberatern sei durch die Vereinbarung nicht abgedeckt.

Es sei dahingestellt, ob das Abschreiben aus fremden Quellen beim Mainzer Bildungsministerium ebenso verbreitet ist wie im Bundesverteidigungsministerium. Dass diese Behauptung nicht der Wahrheit entspricht, zeigt jedenfalls sich seit Jahr und Tag immer wieder von Neuem. Wenn aber selbst die Grenzen zwischen erlaubter und verbotener Kriegspropaganda nicht gewahrt werden, kann es erst recht nur heißen: Bundeswehr raus aus den Schulen, und zwar vollständig!