PM: „Krieg ist Frieden – Soldaten an Wormser Schule“

Gegen die eindeutigen Richtlinien für politische Bildung an den Schulen, den Beutelsbacher Konsens, verstießen auf der Wormser Berufsinformationsmesse am vergangenen Wochenende erneut Soldaten der Bundeswehr – unter öffentlicher Duldung und in Zusammenarbeit mit der IHK. Auf dem Gelände des Wormser Bildungszentrums, auf Schulgelände, versuchten sie – diesen Beschlüssen zum Trotz – , gezielt Schüler und Schülerinnen für das Militär zu rekrutieren.

Hiergegen wehren sich seit Jahren die Wormser Parteien Bündnis90 Die Grünen und die LINKE sowie die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK), das Kritische Kollektiv (IL), die Grüne Jugend und linksjugend[’solid], die als Wormser Arbeitskreis gegen Militarisierung vor Ort waren. „Es ist und bleibt ein Politikum“, so Matthias B. von der Grünen Jugend, „dass Soldaten der Bundeswehr für ihren Werbefeldzug auf ein Schulgelände gelassen werden. Und solange die IHK nicht ihren Pflichten und Auflagen nachkommt, nämlich für eine ausgeglichene Informationslage dieses kontroversen Themas zu sorgen, müssen wir als informierte und denkende BürgerInnen, StudentInnen und ArbeiterInnen diese so wichtige Aufgabe übernehmen.“

In diesem Sinne war das Bündnis auf der Messe mit einem Informationsstand und kreativen Aktionen präsent und bot den zahlreichen Interessierten die Informationen, die in den Werbegesprächen der Bundeswehr gezielt verschwiegen wurden: Der Krieg in Afghanistan und seine Opfer, die Ausbildung zum Töten von Menschen, die Finanzierung des mächtigen Werbetrucks sowie Zahlen und Fakten rund um die Ausbildung bei der Bundeswehr.

„Wir sind große Fans der Wormser Berufsinformationsmesse“, stellt Judith K. vom Kritischen Kollektiv (IL) klar. „Wir sind hier zur Schule gegangen und mit der Ausbildungsmesse aufgewachsen. Dass dieses positive und friedliche Forum, in dem lokale Betriebe und Firmen der Region ihre Ausbildungsangebote präsentieren und über Berufe informieren können, derart für eine Kriegspopaganda missbraucht wird, ist unerträglich und wirft ein schlechtes Bild auf Worms.“ Auch in Zukunft wird der Arbeitskreis mit Anträgen, Aktionen und Berichten auf diesen Missstand aufmerksam machen und hofft, dass die Verstöße von Bundeswehr und IHK nicht unbemerkt bleiben. „Wir wünschen uns eine vorbildliche Berufsinformationsmesse, die unseren Kindern, Schülern und Schülerinnen Ausbildungen zeigt, die die Welt verbessern.“, formuliert Florian E. von linksjugend[’solid]. „Dass sie auf den Schlachtfeldern der Welt geopfert werden, kann in niemandes Interesse liegen.“

Das abgekartete politische Spiel, mit dem die IHK von Anfang an das Auftauchen der Bundeswehr geheimhalten wollte und jegliche Auskunft verweigerte, wird vom Bündnis scharf kritisiert. Zivilgesellschaftliches Engangement und kritisches Denken müssen von allen Stellen der Gesellschaft gefördert und nicht verhindert werden.


1 Antwort auf „PM: „Krieg ist Frieden – Soldaten an Wormser Schule““


  1. 1 Warum dialogbasierte Werbeoffensiven der Bundeswehr an Schulen nichts verloren haben | DIALOGmarketing - Ausbildung, Beruf, Theorie und Praxis Pingback am 23. Oktober 2011 um 15:34 Uhr
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